April 2026
Performance-Update
Rentenfonds
Europa
Rentenfonds
High Yield Nordics
Mischfonds
Europa
Multi-Asset-Fonds
flexibel Welt
Rohstofffonds
gemischt Welt
Aktienfonds Small &
Mid Cap Welt
Rentenfonds Europa Investment Grade
Mandatum Fixed Income
Total Return Fund
Monatsperformance: +1,16% | YTD:+0,26 %
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Anlagestrategie
Total Return Rentenfonds mit Fokus auf Investmentgrade und Nordics
Mandatum ist ein führender Finanzdienstleister mit Sitz in Finnland – mit einer langen Tradition, tiefer Marktkenntnis und einem starken Fundament aus der Sampo-Gruppe. Seit dem Börsengang im Oktober 2023 agiert Mandatum eigenständig – mit klarem Fokus auf nachhaltige Wertschöpfung und innovative Anlagestrategien.
Der Mandatum Fixed Income Total Return Fund ist ein aktiv gemanagter, diversifizierter Rentenfonds mit Fokus auf Investment Grade Anleihen und einer klaren Ausrichtung auf nordische Märkte.
Der nordische Rentenmarkt bietet attraktive Chancen im Bereich Unternehmensanleihen:
- Attraktive Konditionen bei der Emission von Anleihen
- Unterinvestierte Märkte, fernab des Radars großer, globaler Bond-Manager
- Stabile Rahmenbedingungen und ein starkes ESG-Profil der Unternehmen
Aktives Portfoliomanagement – flexibel und fokussiert:
- Dynamische Steuerung der Zinsduration entsprechend der Marktlage
- Flexible und selektive Auswahl von qualitativ hochwertigen Emittenten ohne Bindung an einen Vergleichsindex
Langfristig attraktive Renditepotenziale:
- Zielrendite von EURIBOR +275 Basispunkten
- Bewährte Strategie mit über 10 Jahren Historie und einer durchschnittlichen Jahresrendite von rund 4 %
Der Fonds wurde von Scope mit einem A-Rating ausgezeichnet.
Rentenfonds Europa High Yield Nordics
Mandatum Nordic High Yield
Total Return Fund
Monatsperformance: +1,0% | YTD: +1,1%
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Anlagestrategie
Attraktive Ertragschancen jenseits klassischer Anleihen – mit nordischem Fokus und aktivem Management.
Der finnische Anleihenspezialist Mandatum bietet mit dem Nordic High Yield Fund eine renditestarke Alternative zu herkömmlichen festverzinslichen Anlagen. Das Portfoliomanagement investiert gezielt in ausgewählte Unternehmensanleihen aus dem nordischen Raum – mit besonderem Blick auf Titel ohne Rating oder im High-Yield-Bereich (bis maximal BB+). Durch ein breit gestreutes Portfolio und aktives Risikomanagement nutzt der Fonds gezielt Marktchancen, während Zinsrisiken professionell gesteuert werden. Fremdwährungen sind in Euro abgesichert.
Als aktiv gemanagter Fonds ohne Benchmark ist er nicht an einen Vergleichsindex gebunden und kann so flexibel auf Marktveränderungen reagieren – immer mit dem Ziel, eine überdurchschnittliche, langfristige Rendite zu erzielen.
Der Fonds wurde von Lipper in den Jahren 2023 bis 2025 als jeweils bester europäischer High Yield Fonds ausgezeichnet.
Mischfonds Europa
ERW Portfolio Strategie
Monatsperformance: +2,93% | YTD: +1,34%
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Monatskommentar des Portfoliomanagements
„Politische Börsen haben kurze Beine“. Im April folgten die Aktienmärkte mit einer eindrucksvollen Rally dieser Maxime. Davon profitierte auch unser ERW Portfolio Strategie, der im Berichtsmonat um +2,93% (YTD: +1,34%) zulegte. Sowohl der DAX mit +7,11% (YTD: -0,81%) als auch der EuroStoxx50 mit +6,37% (YTD: +2,63%) verzeichneten außergewöhnlich starke Gewinne. Die nächste Welle der Euphorie bei KI-Aktien hob die US-lastigen Indizes auf neue Höhen. Der S&P 500 mit +8,75% (YTD: +5,78%) und der MSCI World mit +7,91% (YTD: +5,93%, jeweils in Euro) markierten im Berichtsmonat neue Höchststände. Die weiter leicht gestiegenen Zinsen wurden aber von sinkenden Risikoaufschlägen überkompensiert. In der Folge legten die Kurse von europäischen Staatsanleihen um +0,36% (YTD: -0,30%) zu. Die Unternehmensanleihen stiegen gar um +0,95% (YTD: -0,06%). Gold verlor -2,58% (YTD: +7,05%, in Euro) an Wert. Der US-Dollar wertete gegenüber dem Euro um +2,19% auf.
Anfängliche Zeichen einer Deeskalation im Nahen Osten mündeten zur Monatsmitte in einen brüchigen Waffenstillstand und eine nur kurzzeitige Öffnung der Straße von Hormus. Angesichts der gestiegenen Energiekosten legten die Verbraucherpreise in den USA spürbar zu. Noch stärker als die Preise stiegen die Inflationserwartungen an, nämlich von 3,8% auf 4,7% auf Jahressicht. Vor diesem Hintergrund trübte sich die Verbraucherstimmung merklich ein.
Mit Rücksicht auf die Unsicherheiten im Nahen Osten zeigten sich die großen Zentralbanken abwartend und ließen die Leitzinsen unverändert.
Die laufende Berichtssaison lieferte bis dato positive Impulse. Im S&P 500 deutet alles auf das sechste Quartal in Folge mit zweistelligem Gewinnwachstum hin. Derzeit haben knapp über 60% der Unternehmen berichtet und dabei ein Gewinnwachstum für das erste Quartal 2026 von rund 27% erzielt. Wesentlich zu dieser Entwicklung haben Halbleiter- und Technologiewerte beigetragen.
Multi-Asset-Fonds flexibel Welt
Lansdowne Endowment Fund
Monatsperformance: +3,92% | YTD: +4,26%
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Monatskommentar des Portfoliomanagements
Nach der März-Korrektur kam es zu einer überraschend heftigen Erholung an den Aktienmärkten. Bereits der ausgehandelte Waffenstillstand zwischen den Kriegsparteien am Persischen Golf reichte aus, um einen teilweisen Rückgang der Ölpreise auszulösen. In der Folge richteten Investoren ihre Aufmerksamkeit wieder verstärkt auf den Ausbau der künstlichen Intelligenz sowie auf die Robustheit der Unternehmensgewinne – insbesondere in den USA.
Im Resultat stieg der MSCI World um 7,7 %, während die Benchmark des Fonds um ca. 3,9 % zulegte. Der Anteilpreis des Fonds lag mit +3,8 % nur leicht dahinter.
Im Investmentprozess wurde durch Allokationsentscheidungen ein Mehrwert erwirtschaftet, der jedoch auf der Implementierungsseite wieder verloren ging. Die Bilanz fiel dabei gemischt aus: Während bei Anleihen, Rohstoffen und Gold eine Outperformance erzielt wurde, blieben die Resultate bei Aktien und Absolute Return hinter den Vergleichsmaßstäben zurück.
Letzteres ist bei Aktien auf eine bewusste Entscheidung unserer Manager zurückzuführen, die KI-Rallye nicht bis zur letzten Konsequenz auszureiten und stattdessen auf defensive Qualität zu setzen. Wir unterstützen diese Anstrengungen ausdrücklich.
Angesichts der robusten Wirtschaftsentwicklung hat der Fonds die Untergewichtung bei Aktien etwas reduziert. Festverzinsliche und versicherungsgebundene Wertpapiere werden weiterhin übergewichtet gehalten. Im Rahmen der Regionalallokation wurden US-Aktien im April stark gegenüber der Eurozone übergewichtet, was die Allokationserträge spürbar verbesserte.
Rohstofffonds gemischt Welt
OPTINOVA Metals & Materials I-EUR
Monatsperformance: +2,68% | YTD: +6,19%
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Monatskommentar des Portfoliomanagements
Der Optinova Metals & Materials Fonds erzielte im April 2026 eine Performance von +2,68 % und entwickelte sich damit leicht besser als der MSCI World Materials (+2,07 %). Der Bloomberg Industrial Metals Index legte um +3,12 % zu, während Gold (–1,86 %), Silber (–0,61 %) und der NYSE Arca Gold BUGS Index (HUI) (–5,38 %) eine schwächere Entwicklung verzeichneten.
Das Marktumfeld war im April durch eine teilweise Entspannung im Nahen Osten sowie eine Normalisierung der Energiepreise geprägt. Ein temporärer Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran führte zunächst zu rückläufigen Ölpreisen und sinkenden Inflationserwartungen. In der Folge stabilisierten sich die Edelmetallpreise, wobei Gold zeitweise wieder auf rund 4.800 USD je Feinunze anstieg.
Im weiteren Monatsverlauf verschob sich der Fokus zunehmend auf makroökonomische Faktoren. Ein stärkerer US-Dollar sowie steigende Anleiherenditen begrenzten das Aufwärtspotenzial von Gold, das gegen Monatsende leicht auf rund 4.725 USD nachgab. Klassische Sicherer-Hafen-Ströme blieben trotz anhaltender geopolitischer Spannungen weitgehend aus.
Industriemetalle entwickelten sich hingegen robuster. Kupfer erreichte mit über 13.000 USD je Tonne zwischenzeitlich den höchsten Stand seit mehreren Monaten, getragen von Erwartungen einer konjunkturellen Stabilisierung sowie perspektivisch sinkender Energiepreise. Nickel zeigte ebenfalls Stärke und profitierte von Angebotsrisiken, insbesondere durch Förderkürzungen in Indonesien und die Aussicht auf ein strukturelles Angebotsdefizit.
Der Fonds profitierte im April von seiner systematischen und breit diversifizierten Positionierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Metall- und Grundstoffsektor, wodurch sowohl die relative Stärke ausgewählter Industriemetalle als auch die stabilisierenden Effekte innerhalb des Portfolios effektiv abgebildet werden konnten.
Die Bestperformer im Aktienbereich lauteten im April: Mitsui Kinzoku: +50,60 % | Nucor: +30,86 % | Iluka Resources: +26,22 % | Steel Dynamics: +24,77 % | Bluescope Steel: +19,42 %.
Optinova Conventional &
Clean Energy I-EUR
Monatsperformance: +1,00% | YTD: +20,77%
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Monatskommentar des Portfoliomanagements
Der Optinova Conventional & Clean Energy Fonds erzielte im April 2026 eine Wertentwicklung von +1,0 % und entwickelte sich damit deutlich besser als der MSCI World Energy, der im selben Zeitraum um –3,84 % nachgab.
Das Marktumfeld war im April weiterhin stark von geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten geprägt, zeigte jedoch im Vergleich zum Vormonat eine höhere Richtungsunsicherheit. Zu Monatsbeginn führte die Ankündigung eines temporären Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran zu einem deutlichen Rückgang der Ölpreise. Brent fiel zeitweise unter 96 USD je Barrel, da der Markt eine kurzfristige Entspannung der Angebotsrisiken einpreiste. Diese Beruhigung erwies sich jedoch als fragil. Trotz teilweiser Wiederöffnung der Straße von Hormus blieb die Lage angespannt, da sowohl politische als auch militärische Unsicherheiten fortbestanden. Die Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs führte zwischenzeitlich zu einem deutlichen Preisrückgang – Brent und WTI gaben zweistellig nach –, bevor sich die Preise im weiteren Monatsverlauf wieder erholten.
Im weiteren Verlauf dominierten erneut eskalierende Spannungen. Festgefahrene Verhandlungen zwischen Washington und Teheran sowie militärische Zwischenfälle im Umfeld der Straße von Hormus führten zu einem erneuten Anstieg der Risikoprämie. Die Ölpreise zogen daraufhin wieder deutlich an und erreichten gegen Monatsende erneut Niveaus oberhalb von 100 USD je Barrel.
Fundamental wurde der Markt zusätzlich durch eine Umlenkung globaler Handelsströme gestützt. Insbesondere die USA profitierten von einer steigenden Nachfrage nach alternativen Lieferquellen, was sich in rekordhohen Exportzahlen widerspiegelte. Insgesamt war der April durch ein Wechselspiel aus kurzfristiger Entspannung und erneuter Eskalation geprägt. Während sich die fundamentale Versorgungslage phasenweise verbesserte, dominierte weiterhin die geopolitische Risikoprämie das Marktgeschehen und sorgte für anhaltend hohe Volatilität.
Die Top-Performer im Aktienbereich lauteten im April: Comfort Sys.: +31,07 % | Ener Sys: +20,58 % | Watsco: +18,21 % | Daikin: +17,22 % | Modine Manufactoring: +15,41 %.
Aktienfonds Small & Mid Cap Welt
WertArt Capital Fonds AMI
Monatsperformance: +4,67% | YTD: +4,83%
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Monatskommentar des Portfoliomanagements
im April stieg der Anteilswert des WertArt Capital Fonds AMI um 4,7% (ISIN DE000A2N65X4), während der globale Small Cap Sektor um 7,4% zulegte. Seit Jahresanfang liegt der WertArt Capital Fonds mit 4,8% im Plus, während der globale Small Cap Sektor seit Jahresanfang um 8,5% zulegen konnte.
Die hohen Investitionen der großen Techunternehmen in den Ausbau ihrer Artificial Intelligence (AI) Kapazitäten beflügelten im April die Aktien von Halbleiterunternehmen. Der Nasdaq PHLX Semiconductor Index stieg im April um rund 35%. Die Rallye weitet sich derzeit zunehmend auf eine große Anzahl an Werten aus diesem Sektor aus. Aus meiner Sicht vermischen Marktteilnehmer glänzende Zahlen von einigen Unternehmen mit der Hoffnung auf zukünftige Gewinnsteigerungen bei vielen anderen Unternehmen. Auch die Aktie unseres Halbleiterunternehmens Melexis konnte im April um 35,6% zulegen. Dabei interessierte es die Marktteilnehmer wohl nicht, dass die Zahlen für das erste Quartal und der Ausblick für das Gesamtjahr aus meiner Sicht wenig Grund zur Euphorie gaben. Langfristig gesehen sollte Melexis von der zunehmenden Nachfrage nach Robotik profitieren. Denn Melexis ist mit ihrer Magnetsensor-Expertise gut positioniert. Erste Beiträge zu den Ergebnissen aus dem Segment Robotik sind aber nicht vor 2028 zu erwarten. Daher empfahl ich per Ende des Monats die Gewinne bei Melexis für unseren Fonds zunächst einmal zu realisieren. (Prognosen unterliegen Unsicherheiten)
Über das koreanische Unternehmen SK Telecom sind wir seit Anfang Februar indirekt in dem AI-Unternehmen Anthropic investiert. Anthropic’s Hauptproduktfamilie ist Claude. Es ähnelt dem bekannteren ChatGPT, findet aber weniger im Consumer Bereich und eher im Business Segment Anwendung. Anthropic plant laut Medienberichten einen Börsengang noch in 2026. Das Unternehmen soll den annualisierten Umsatz (ARR) per Anfang April 2026 auf USD 30 Milliarden gesteigert haben – verglichen mit einem annualisierten Umsatz von USD 9 Milliarden per Ende 2025.
SK Telecom selbst hat sich früh der Integration von AI in das eigene Geschäft verschrieben. So unternahm das Management unter anderen eine Kooperation mit Anthropic und investierte dabei recht früh in Anthropic selbst. Dieses Investment ist mittlerweile auf mehrere Milliarden Dollar angewachsen und deckt einen substantiellen Anteil der Marktkapitalisierung von SK Telecom ab. Das Unternehmen hält weitere aussichtsreiche Beteiligungen im Technologiesegment, richtet das Geschäftsmodell intensiv auf AI aus und erzielt in den kommenden Jahren voraussichtlich stabile Erträge aus dem Telekommunikationsgeschäft.
Im Vergleich zu zyklischen Halbleiteraktien liefert unser Investment in SK Telecom voraussichtlich ein solides Fundament an wiederkehrenden Erträgen aus dem Telekomgeschäft. Die frühe Ausrichtung auf AI bietet zudem Optionalitäten für zukünftig steigende Erträge. Die Aktie von SK Telecom konnte im April um 27,1% zulegen. SK Telecom war per Ende April mit 3,6% im Fonds gewichtet. (Prognosen unterliegen Unsicherheiten)
Marktteilnehmer bewerteten die geopolitische Entwicklung im April positiv. Mit den ersten Waffenstillstandssignalen zwischen USA/Israel und Iran schien die Problematik aus Sicht der Aktienanleger weitgehend abgehakt. Dennoch: die Straße von Hormus bleibt weiterhin geschlossen, und die globalen Förder- und Transportausfälle sind beträchtlich.
Warum sind die Folgen bisher kaum bemerkbar? In der kürzlich veröffentlichten Research Note von J.P. Morgan „Oil Flash Note – The Illusion of Plenty“ beschreibt die Analystin Natasha Kaneva, dass die globalen Lagerbestände derzeit als Puffer dienen und damit den eigentlichen Schock vom Markt fernhalten. Zu Jahresbeginn 2026 – also kurz vor Kriegsausbruch Ende Februar – lag die Schätzung der weltweiten Lagerbestände bei enormen 8,4 Milliarden Barrel Erdöl (inklusive raffinierter Produkte). Per Ende April reduzierten sich diese Bestände auf schätzungsweise 8,1 Milliarden Barrel.
Als mit der Materie wenig vertrauter Betrachter könnte man annehmen, dass die globale Wirtschaft damit über lange Zeit hinweg über ausreichende Reserven verfügt. Laut Natasha Kaneva ist dies aber keineswegs der Fall: Von den 8,4 Milliarden Barrel sind nur rund 0,8 Milliarden – also knapp 10% – tatsächlich verfügbar gewesen, ohne das System operativ in Bedrängnis zu bringen. Die übrigen rund 90% sind in Pipelinefüllungen, Mindesttankniveaus und sonstigen operativen Erfordernissen gebunden.
Die Analystin beschreibt das System als Kreislauf – ähnlich dem Blutkreislauf beim Menschen. Auch der Mensch braucht eine gewisse Mindestmenge an Blut, damit der Körper funktioniert. Genauso verhält es sich mit Raffinerien, Pipelines und Lagerstätten. Wird zu viel Ölvolumen entnommen, bricht das Kreislaufsystem zunehmend zusammen – nicht weil das Öl physisch verschwindet, sondern weil das Verteilnetz nicht mehr genügend Arbeitsvolumen hat, um zu funktionieren.
Natasha Kaneva unterscheidet dabei zwei kritische Schwellen: Das „Operational Stress Level“ bei bereits rund 7,6 Milliarden Barrel markiert den Punkt, ab dem das System unter Druck gerät. Bei den derzeitigen Abflussraten könnte dieses Niveau bereits Anfang Juni 2026 erreicht werden. Das „Operational Floor Level“ bei rund 6,8 Milliarden Barrel stellt die absolute operative Untergrenze dar – ein Wert, der bei anhaltender Hormus-Schließung im September 2026 erreicht werden könnte.
Interessant ist die Abfolge, in der die Lagerbestände abgebaut werden – die Analystin vergleicht diese mit den Schichten einer Zwiebel. Zuerst werden die schnell verfügbaren Bestände auf See angezapft, danach die kommerziellen Lager an Land, anschliessend die strategischen Reserven. Erst wenn diese Schichten erschöpft sind, übernimmt die sogenannte „Demand Destruction“. D.h. die Nachfrage wird zunehmend reduziert.
Genau an diesem Übergang stehen wir laut J.P. Morgan aktuell: Die globale Ölnachfrage ist im März bereits um 2,8 Mio. Barrel pro Tag eingebrochen, im April zeichnet sich ein Rückgang von rund 4,3 Mio. Barrel ab, und für Mai erwartet Natasha Kaneva einen Rückgang von etwa 5,5 Mio. Barrel pro Tag. Damit verschiebt sich der Markt von einem „managed adjustment“ – gesteuert über die Freigaben von strategischen Reserven und schwimmende Lager – hin zu einem „forced adjustment“, bei dem der Preis selbst zum primären Steuerungsmechanismus wird. (Der globale Bedarf an Rohöl liegt derzeit bei rund 100 Mil. Barrel am Tag)
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